Triers Hanglagen entlang der Mosel und die römische Baugeschichte stellen besondere Anforderungen an die Baugrunderkundung. Unter dem Pflaster der ältesten Stadt Deutschlands liegen nicht nur Kulturschichten, sondern auch devonische Schiefer, die tiefgründig verwittern und in ihrer Festigkeit stark schwanken können. Die seismische Tomographie liefert ein hochauflösendes Bild dieser Untergrundverhältnisse, ohne den Boden aufzureißen. Das Verfahren nutzt Refraktions- und Reflexionswellen, um Schichtgrenzen, Verwitterungszonen und mögliche Störungsflächen zu kartieren. Gerade im Trierer Talkessel, wo quartäre Auelehme und Terrassenschotter auf den unterdevonischen Hunsrückschiefer treffen, ergänzen wir die geophysikalische Erkundung mit einer Korngrößenanalyse zur Kalibrierung der seismischen Geschwindigkeiten an den lithologischen Wechseln.
Tomographische Profile zeigen nicht nur die Tiefe des Felshorizonts, sondern auch, ob der Übergang allmählich oder sprunghaft erfolgt – entscheidend für die Gründungsart.



