Trier wuchs auf einer geologischen Nahtstelle: Unter den Römerbauten liegen die devonischen Schiefer des Rheinischen Schiefergebirges, während die Moselauen von quartären Kiesen und Auelehm geprägt sind. Diese Zweiteilung hat Konsequenzen für jeden, der heute in der Stadt baut oder saniert. Die Erdbebennorm DIN EN 1998-1/NA verlangt für die Zuordnung in eine Untergrundklasse den Parameter VS30 – die gemittelte Scherwellengeschwindigkeit der obersten 30 Meter. Genau dafür setzen wir die MASW-Methode ein, ein aktives seismisches Wellenverfahren, das ohne teure Bohrungen auskommt. Im Stadtgebiet Trier, mit seinen engen Gassen und historischem Baubestand, ist die zerstörungsfreie Durchführung ein entscheidender Vorteil. Gerade wenn altes Mauerwerk nicht erschüttert werden darf, ergänzen wir die Messkampagne bei Bedarf mit einer gezielten Sondierbohrung SPT, um den Schichtaufbau punktgenau zu kalibrieren. Das Ergebnis ist eine belastbare Baugrundklasse nach Norm – ohne das Pflaster aufreißen zu müssen.
Im Trierer Talkessel ist die VS30 oft niedriger, als die geologische Karte erwarten lässt – die quartäre Füllung erreicht Mächtigkeiten von über 20 Metern.



